Vor vielen, vielen Jahren hatte der Besitzer des alten Brauhauses (Gebäude, in dem sich heute das Café am Markt befindet), der Bürgermeister Meyer, eine kleine Tochter, die alle Leute sehr gerne leiden mochten. Sie war der Liebling ihrer Eltern und der Sonnenschein des Hauses. Wie nun in der Erntezeit einmal der Knecht mit einem Fuder Heu durch die Däle in den Hof hineinfahren wollte, und der Bürgermeister draußen vor dem Hause auf der Straße stand, wollte das Töchterchen ihrem Vater entgegenlaufen und springt durch den engen Gang. Da auf einmal stolpert sie und fällt direkt vor die schweren Kader des hochbeladenen Erntewagens. Der Knecht und auch die Mutter des Kindes schrien laut auf. Aber welch großes Wunder. Wie der Wagen auf dem Hofe ist, steht das Kind unversehrt auf und springt dem Vater entgegen. Die Kleine hat dann später noch oft erzählt, dass zwei Schutzengel den schweren Wagen über sie hinweg gehoben hätten und ihr daher kein Unheil geschehen sei. Der dankbare Vater aber hat zur ewigen Erinnerung an diese Begebenheit die beiden, heute noch zu sehenden, Engel in den Balken über dem Toreingang schnitzen lassen.